Dienstag, 21. Februar 2012
Ein ganzes Wochenende Sonne
Hallo Ihr Lieben,

ich kann euch gar nicht sagen, wie guuuut es mir geht.
Das erste Wochenende in diesem Jahr, an dem Samstag UND Sonntag die Sonne geschienen hat. Man glaubt kaum, wie gut Sonne tun kann. Bisher war der Sommer hier leider sehr verregnet und die Sydneysider hätten so etwas noch nie erlebt. Die Temperaturen um die 27 Grad finde ich sehr angenehm. Heißer muss es gar nicht sein, aber nicht so viel Regen. Bitte.

Am Samstag war also Sonne und ich am Strand. Ich weiss nicht, ob mir da beim Softball spielen nicht ein bisschen viel Sonne aufs Haupt geschienen ist, aber dann mit Brummschädel schnell nach Hause. Direkt ins Bett und gleich eingenickt. Abends wollte eine Freundin in Ihren Geburtstag reinfeiern... War zwar nicht richtig fit, aber ich dachte, ich geh wenigstens für ein Stündchen dahin. Wie schnell man sich im jugendlichen Alter doch regenieren kann. Hehe.. Oder lags doch nicht dem Alter, sondern PIMMS sei Dank. Ein großartige kulinarische (alkoholische) Erfindung der Briten. Besonders viele Gaumenfreunden kommen nun wahrlich nicht von der Insel, deshalb möchte ich PIMMS hier besonders viel Erwähnung schenken. Ich habe keine Ahnung, was es ist, deshalb lese ich mal schnell nach. Ein Likör mit 25%, um 1840 von James Pimm kreiert. Unheimlich lecker. PIMMS, Erdbeeren, Orange, auch gerne mal Gurke, Minze, vielleicht ein bisschen Sprite oder Vodka oder Gin oder was man grad zur Hand hat... Unfassbar leckeres Sommergetränk. Ha! Sommer, zurück zum Thema Sommer. Sind in Deutschland noch -20 Grad oder schon wieder um die Null Grad? Hehe.... kleine Einlage, die ich mir nicht verkneifen konnte. Also nach dem PIMMS Abend morgens bisschen länger geschlafen und dann mittags ab zum Strand. Die hauptsächliche Geburtstagsparty war ein BBQ am Strand. Toll, den ganzen Tag gefaulenzt, bisschen gegrillt, immer wieder schön dick mit Sonnencreme eingeschmiert (hab nur ein kleines Stück hinten an der Ferse vergessen, merkt man sofort) und einfach den Tag genossen. Abends bin ich grad püntklich vor einem riesigen Gewitter nach Hause gekommen. Perfektes Timing. Beim Einschlafen entferntes Donner-Gegrummel.

Tja, aber es geht noch weiter. Montag hatte ich offiziell einen halben Tag frei genommen. Sehr witzig. Eine Freundin aus Schulzeiten hat mich in Sydney besucht. Nee, also das war so. Sie arbeitet auf einem Kreuzfahrtschiff und das Schiff hat natürlich nicht nur wegen mir in Syndey angelegt. Wir haben uns bestimmt schon 5 Jahre nicht mehr gesehen. Also hatte sie mir rechtzeitig bescheid gegeben und wir haben uns zum Frühstück getroffen.
So ein Kreuzfahrtschiff fand ich schon immer irgendwie interessant. Boote ja generell. Aber die riesengrossen Kutter haben was Faszinierendes und zugleich Abstoßendes, finde ich irgendwie. Ich war ja noch nie auf einem drauf. Bis zu diesem besagten Vormittag. Als Susis Cousine habe ich einen Besucherausweis bekommen und durfte aufs Schiff.

Ich war gespannt. Ihr auch?

Achtung, jetzt gehts los.

Sah von weitem noch ganz klein aus:



Hm, jetzt schon nicht mehr soo klein



Meine Damen und Herren, die Costa Deliziosa



Darf ich Sie herzlich an Board begrüßen



Das Schiff ist gerade auf einer 3 monatigen Weltreise. 3 Monate!!! Hm, damit kann man natürlich gleichzeitig schnell schlussfolgern, wer 3 Monate lang in den Urlaub fahren kann. 2.500 italienische, deutsche und französische Rentner, die über das nötige Kleingeld verfügen. Susi ist zum 1. Mal auf Weltreise und hat festgestellt, dass ihr die kürzeren Kreuzfahrten lieber sind. In 10 Tagen langweilen sich die Passagiere noch nicht so sehr und ihnen fallen nicht soviele Dinge ein, über die man sich beschweren kann. Nach 2 von 3 Monaten kennt man die Spezies alle beim Namen.

An Board gibt es alles, was man sich nur vorstellen kann

Theater - jeden Abend gibts eine Vorstellung mit der ständigen Herausforderung sich etwas Neues einfallen zu lassen. Der süafrikanische Sänger an Board hat schon Jürgen Drews und Udo Jürgens Lieder einstudiert... fast wie zu Hause



Lounge Area für Kaffee und Kuchen. Das Restaurant war soo riesig, das passt auf kein Foto. 3 Etagen Restauraunt füer 2.500 Gäste, die in 2 Durchgängen verköstigt werden. Die Deutschen sind natürlich immer früh dabei. Die Spanier, Italiener und Franzosen nehmen vor allem gern beim Abendessen den späteren Durchgang.





Die Disko... nicht allzu stark von den älteren Herrschaften frequentiert





Casino - gerade die einarmigen Banditen scheinen sich größter Beliebtheit zu erfreuen. Getränke sind bei dieser Weltreise inklusive. Somit mehr Budget fürs Glücksspiel





Pool - mit geschlossenem Dach, weil gerade gereinigt wurde. Generell hat das ganze Schiff nur so geblitzt und geblinkt. Kein Fingerabdruck auf den auf Hochglanz polierten Säulen und Marmorfußböden.



Sonnendeck - na klar werden Liegen reserviert. Bei schönem Wetter versteht sich. Wir hatten eine super Zeit abgepasst. Fast alle Gäste hatten einen der Tagesausflüge gebucht. Manche sogar bis zum Ayers Rock (dann aber 2 Tage lang). Somit hatten wir das Schiff "fast" für uns. 100 Gäste waren noch an Board und natürlich die fast 1.000 Crew Mitglieder, die im Bauch des Giganten logistische Höchstleistungen vollbringen. Als ihre Cousine durfte ich auch mal einen Blick in den Crew Bereich (unter dem Meeresspiegel, keine Fenster) werfen. Sah aus wie im Krankenhaus. Ellenlange weisse Flure, aber die Kabinen waren ganz ok. Ach, Krankenhaus. Die 2 Ärzte und eine handvoll Krankenschwestern sind natürlich im Dauereinsatz. Als das Schiff in Sydney im Hafen angelegt hat, sind morgens drei Personen zur Operation ins Krankenhaus gebracht wurden. Wenn es mal dringender ist, dann auch mit dem Helikopter. Manche rappeln sich schnell wieder auf und können die Tour fortsetzen, manche müssen dann zurück in Ihre Heimatländer geflogen werden.

So eine Aussicht kann man sich gefallen lassen.





Die Italiener...



Ciao Costa, es war schön auf dir. Eine tolle Erfahrung, aber ich möchte keine drei Monate auf dir verbringen.



Da fällt mir eine Zeile aus einem Lied von 2 Kabarettisten namens Pigor & Eichhorn ein, die ich mal im Spiegelzelt in Berlin gesehen habe. Das Lied heisst "Maulende Rentner":

Maulende Rentner
Liegen auf dem Oberdeck
Maulende Rentner
Saufen den Aborigines das Wasser weg
Maulende Rentner
Reisen individuell oder pauschal
Maulende Rentner
Erziehen weltweit das Personal
Maulende Rentner
Sagen dir in jedem deutschen Dialekt
Maulende Rentner
Dass das Bier nirgends wie zu Hause schmeckt
......


Ich bin immer noch fasziniert. Vor allem von der Logistik. Eine in sich geschlossene kleine Welt. Wahnsinn.

Um das perfekte "lange" Wochenende abzuschliessen, war ich abends noch Golf spielen. Also besser gesagt auf der Driving Range, um die Abschläge zu üben. Das läuft noch nicht so richtig gut. Aber jetzt, wo ich mir ein Golf-Set zugelegt habe, muss ich mal ein bisschen ranklotzen.



Fotos vom Golfen gibts erst, wenn das etwas flüssiger läuft.


Wünsche euch noch eine schöne Rest-Woche.



Montag, 30. Januar 2012
Australia Day
Hallo Ihr Lieben,

am Donnerstag (26. Januar) war ein Feiertag - Australia Day. Mein erster Australia Day. Ich war gespannt.

An diesem Tag wird gefeiert, dass 1788 die ersten Siedler (europäische Strafgefangene) Australien erreicht haben.
Wie man sich denken kann, waren die Aborigines nicht begeistert und nannten diesen Tag später Invasion Day. Wer kann's ihnen verübeln.

Ich weiss nicht, ob sie etwas damit zu tun hatten...
Aber der Australia Day morgen hat uns so empfangen:



Ja, ich weiß. Nicht gerade das, was man sich von einem Feiertag erwartet, der in Australien üblicherweise mit ausgeprägten Picknicks begangen wird.

Höhepunkt des Vormittags war das Fähren-Rennen. Also, die Sydney Fähren sind um die Wette gefahren. Zieleinlauf war die Hafenbrücke.

Der Wasserwerfer hat uns mit seiner Show sicherlich vom Regen ablenken wollen. Hat fast geklappt.
Kommt jetzt auf dem Bild halt nicht so spektakulär rüber ;-)



Da kommen se



Ziellinie



Ja, also den ursprünglichen Plan von einem Picknick im Botanischen Garten konnten wir knicken.
Aber Picknick geht trotzdem...

Ulli, unsere Gastgeberin, hat schonmal die Picknick Decke Probe gesessen, bevor die Gäste Platz nehmen



Wir waren ca. 10 Leute und haben nicht annähernd die Hälfte von dem gegessen, was wir alle zusammengetragen und vorbereitet haben.

Dann gings weiter nach Darling Harbour, wo abends ... ja, was sollte da abends statt finden? Na, wer kommt drauf? Wett-Singen? Nö. Clown-Schminken? Nö. Jaaa, na klar. Feuerwerk. Ich möchte gern mal wissen, wie hoch die australischen Pyrotechnik-Ausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu allen anderen Ländern sind. Nagut, ohne Griechenland.

Es waren natürlich wieder unheimlich viele Menschen unterwegs:



Langsam wird es richtig voll



Es wird dunkel... bald gehts los



Es kann losgehen. Das Feuerwerk war wirklich toll. Nicht nur Geknalle, sondern das Geknalle war eingebettet in eine Licht- und Lasershow mit musikalischer Untermalung. Eine halbe Stunde Genuss, der so aussah





Mit einem fulminanten Abschluss



Danach sind wir im Menschen-Strom nach Hause gepilgert.


Jetzt machen wir einen thematischen Sprung zu meiner neuesten Anschaffung.

Neue Farbe und neuen Stauraum für meine Wohnung. Wer erkennt's? Na klar, IKEA gibts überall.



Ich kann es bis jetzt kaum glauben, dass es Menschen gibt, die gerne IKEA Möbel aufbauen. Ich mag an sich noch nicht mal IKEA Möbel und dann auch noch aufbauen? Steffi hat mir wirklich glaubhaft versichert (oder wollte ich glauben?), dass ihr das wirklich Spass macht und das auch ganz fix geht. Ich habe mehrmals nachgefragt, sie hat insistiert und ich habe grünes Licht gegeben, dass sie gerne die Sachen zusammenschrauben darf. Ich kanns bis jetzt noch nicht fassen. Tausend Dank. Ich musste tatsächlich nur einmal anfassen, um den großen Korpus von A nach B zu wenden. Toll. IKEA geht so einfach.

Eigentlich sind wir nur ins IKEA gefahren, weil ich einen Nachttisch brauchte, um die Lampe irgendwo abzustellen. Warum könnte man sich jetzt fragen. Gute Frage, aber die Lampe wirft das Licht auf dem Boden stehen direkt nach unten - was ziemlich blöd ist beim Buch lesen. Also sollte es eigentlich nur ein Nachttisch sein. Nagut, und die Lampe sah so schön aus. Wer will schon eine Lampe, die nur nach unten strahlt.



Und was die fuer ein gemütliches Licht macht. Will ja schliesslich keine Operation nachts durchführen.



Zum Schluss noch ein Bild von der Motto-Party am Samstag. Das Motto war "S" - alles, was mit S beginnt.

Von links nach rechts:
Spider victim, snow queen, sunny character, searching for summer (weil hier kein richtiger Sommer ist, nur ein Wechsel aus Niagara Fall ähnlichen Regenstürzen oder dampfender Schwüle)



So, das wars von mir. Ich steigere den tasmanischen Spannungsbogen noch ein wenig.
Ich weiß, dass ich chronologisch Tasmanien unterschlagen habe. (nur müssen da bei weitem mehr Fotos gesichtet werden, als von einem Tag Australia Day).
Hole ich aber bald nach. Versprochen.